
Bei strahlendem Sonnenschein brach am Montagmittag eine Gruppe von Mitgliedern des Vaihinger Bürgerbus-Vereins nach Bad Schönborn auf, um dort einen selbstfahrenden autonomen Shuttlebus kennenzulernen und auf einem dafür vorbereiteten Parcours zu erproben.
Der hier vorgeführte vollelektrische Shuttle ist auf beiden Seiten gleich aufgebaut, er kennt also kein ‚vorne‘ oder ‚hinten‘. An der Endstation benötigt er keine Wendeschleife, sondern ändert einfach die Fahrtrichtung. Nicht zuletzt zur Sicherheit sind alle Komponenten mindestens doppelt verbaut, entsprechend sind beide Achsen angetrieben und lenkbar. Damit und mit hochpräziser Navigation kann der Bus auch in sehr engen Altstädten präzise seinen Kurs fahren. Zu erfahren war auch, der Bus sei bis zum autonomen Fahren auf Stufe ‚Level 4‘ (von insgesamt 5 Stufen) freigegeben. Damit sei fahrerloses Fahren auf vorbestimmten Routen möglich und zulässig. Allerdings erfordere dies eine Genehmigung durch das Kraftfahrtbundesamt und das Landratsamt. Dies war in der Vorbereitungszeit nicht zu schaffen, weshalb der Bus sein Können nur auf einem abgesperrten Terrain unter Beweis stellen konnte: Anhalten an einem Stoppschild und frühestens 3sec. später weiterfahren haben wir zur Führerscheinprüfung gelernt – und genau so korrekt macht es der Bus.
Alle Teilnehmer waren von der Busfahrt sehr angetan und davon überzeugt, hier den öffentlichen Nahverkehr der Zukunft erlebt zu haben. Im Anschluss gab es noch ein interessantes Gespräch mit den Bürgerbusslern aus Bad Schönborn. Sie waren mit einem elektrischen Kleinbus da, mit dem sie auch drei Mal wöchentlich ihren Bürgerbus-Service bereitstellen. Der Bus sei von einem kommunalen Carsharing Unternehmen angeschafft und dem Bürgerbus-Verein zur Verfügung gestellt worden. Dabei übernehme die Kommune die carsharing Kosten und die Stromkosten. Auch dort ist man überzeugt, dass in Deutschland, wie heute schon in vielen Ländern – demnächst fahrerloses Busfahren möglich sein wird. Ein Bus der heute getesteten Firma Navyo aus Frankreich steht aber kurzfristig nicht zur Verfügung, da das Unternehmen seine komplette Produktion der kommenden zwei Jahre nach Japan verkauft hat.